Advent und Weihnachten
Hast du schon mal Weihnachten außerhalb von Deutschland gefeiert? Im Sommer? Wie die Advents- und Weihnachtszeit für mich in Peru war, kannst du hier nachlesen.

Advent
Irgendwie kann ich mir das kaum vorstellen. Es ist Dezember. Bei Tiefsttemperaturen von 26°C… Das war zwar vorher klar und als Kind habe ich immer davon geträumt, an Weihnachten im Pool zu liegen, aber irgendwie fühlt es sich trotzdem nicht wirklich richtig an… Bei einem Adventstreffen der Deutschen (außer Jeroschs, denn die waren da schon auf dem Weg nach Deutschland und Timon, der noch auf dem Weg von Lima nach San Ramon nach einem Erdrutsch feststeckte) haben wir Plätzchen gegessen und Weihnachtslieder gesungen, aber es war schon irgendwie komisch „Leise rieselt der Schnee“ oder „lasst mich ein ihr Kinder, ist so kalt der Winter; öffnet mir die Türen, lasst mich nicht erfrieren“ zu singen, wenn man eher denkt „Wann kommt endlich der Regen, damit es nicht mehr ganz so warm ist“ und „lasst mich rein, es ist so heiß in der Sonne; macht den Ventilator an, denn mir rinnt der Schweiß von der Stirn“… 😉
Aber sonst komm ich ganz gut mit dem ganz anderen Weihnachtsfeeling zurecht. Ich habe jetzt auch schon mehrfach Plätzchen gebacken, was die Peruaner total toll finden – und die Deutschen sowieso…
Weihnachten...
...war sehr komisch. Aber gar nicht so, weil die Bräuche hier anders sind und die Familie nicht da, sondern weil wir doch recht viel „deutsches Weihnachten“ hatten. Unsere Wohnung war sehr weihnachtlich geschmückt: Künstlicher Weihnachtsbaum (hat die 8. Klasse uns geliehen), Schneemann aus Plastikbechern (hat die 7. Klasse uns geschenkt) und ein paar Sachen, die in meinem Wichtelgeschenk war, was ich in der Jugend bekommen habe. An Weihnachten selber haben wir erstaunlich viele Deutsche Bräuche untergebracht: Hanna und Timon hatten Freunde da, die mit uns gefeiert haben. An Heilig Abend haben wir uns vor dem Gottesdienst getroffen um eine deutsche Weihnachtsfeier zu machen: Deutsche Weihnachtslieder singen, die Weihnachtsgeschichte auf Deutsch hören, „die Stadt die Weihnachten vergaß“ schauen.
Danach sind wir zum Gottesdienst gegangen. Der war sehr verstörend, denn wir waren acht Deutsche und mit Pfarrer und dem, der die Predigt gehalten hat, sechs Peruaner. Musik haben spontan Hanna (Klavier) und ich (Stimme) übernommen. Die Predigt war keine Weihnachtspredigt, sondern ging mehr darum, die letzten Stunden des alten Jahres gut zu verbringen, damit man das neue auch gut anfangen kann. Nach Gottesdienst und Essen (wir wollten eigentlich essen gehen, aber wurden dann spontan von unserem ehemaligen Schulleiter, der noch unter uns wohnt eingeladen) hatten wir Bescherung mit den Deutschen. Um 12 gab es dann Feuerwerk, was wir leider nur von der Schule aus anschauen konnten, denn die Bescherung hat zu lange gedauert… Nach dem Feuerwerk wollten wir eigentlich noch peruanische Familien besuchen, aber sie schliefen alle schon. Wir waren dann nur bei einer Familie aus der Gemeinde, wo wir mit Truthahn, Panetón und heißer Schokolade vollgestopft wurden. Danach haben wir uns noch mit Jugendlichen aus der Gemeinde im Park getroffen, weshalb wir dann – ganz peruanisch – erst gegen vier Uhr morgens nach Hause kamen.