Ein Tag in den Alpen

Was macht man, wenn man Ausländern die Alpen zeigen will und nur einen Tag Zeit hat? Die Entscheidung wird nicht bei jedem so ausfallen, aber was wir gemacht haben, kannst du hier nachlesen.

Ein Tag in den Alpen

Schloss Neuschwanstein, Alpsee, Zugspitze

Ja. Ich war schon mal dort. Und ja, mir hat es gefallen, aber ich habe beschlossen, dass ich da nicht nochmal hin muss. Da sind mir einfach zu viele Touristen. Und dann war ich ein paar mal im Winter bei Schloss Neuschwanstein, weil meine beste Freundin da in der Nähe auf einer Hütte Geburtstag gefeiert hat und im Winter Geburtstag hat. Da waren dann nicht ganz so viele Gäste da. Obwohl es im Schnee eigentlich noch schöner ist.

Und dann hatten wir Besuch. Eine befreundete Inderin macht gerade einen Freiwilligendienst in Deutschland und war noch nie in Bayern. Sie wollte dann natürlich die klassischen Touristen-Hotspots sehen. Einen Tag waren wir in München und den anderen in den Alpen.

Wir sind mit dem Auto bis nach Hohenschwangau gefahren und haben da auf dem Parkplatz zwischen Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau für 8€ geparkt. Wegen Corona gab es keine Tickets mehr für die Schlösser. Tickets sind sonst schon immer knapp, aber jetzt dürfen sie nur ca. 10% der Tickets verkaufen. Also haben wir uns mit dem Blick von außen begnügt. Das haben sich wohl auch viele andere gedacht. Für den klassischen Blick von der Marienbrücke musste man ziemlich lang anstehen. Darauf hatten wir nicht so richtig Lust, also sind wir den Weg weitergelaufen. An der Marienbrücke vorbei Richtung Bleckenau. Kurz darauf hat man – ohne Anstehen – einen wunderschönen Blick auf das Schloss, der sich von dem auf der Brücke nur darin unterscheidet, dass die Brücke und das Tal darunter auch zu sehen ist. Mir persönlich gefällt dieser Blick sogar besser.

Von der Marienbrücke ging es dann weiter zum Schloss Neuschwanstein. Dem Asphaltweg folgend gelangt man erst zu einem Aussichtspunkt, bei dem man Schloss Hohenschwangau, den Alpsee und den Schwansee sehen kann. Kurz darauf gelangt man zum Schloss. Ohne Ticket kann man dort jedoch nicht so viel sehen. Wir sind dann noch den Berg wieder ein Stück runtergelaufen. Dort gab es eine weitere Aussichtsplattform, wo die Leute Schlange standen um ein Foto am Geländer zu machen. Innerhalb der Schlange waren die Leute total freundlich und immer der Nächste in der Reihe hat das Foto für die davor gemacht. Den Blick finde ich aber nicht so schön.

Als wir wieder am Parkplatz waren, haben wir uns unser Essen und die Badesachen geschnappt und haben am Alpsee Picknick gemacht. Danach waren wir auch baden. Wenn man weit genug rausschwimmt, kann man sogar beide Schlösser gleichzeitig sehen. Der See ist sehr kalt, aber das war an dem heißen Tag sehr willkommen 😉

Weil unser Gast noch ein bisschen mehr Berge sehen wollte, sind wir mit dem Auto zur Zugspitze gefahren. Zuerst auf die österreichische Seite (zur Tiroler Zugspitzbahn), danach wieder auf die deutsche Seite. Auf der deutschen Seite gab's zum einen die Zahnradbahn, die auf die Zugspitze führt, andererseits die sehr neue, riesige Zugspitzseilbahn (die „Seilbahn Zugspitze“ wurde am 21.12.2017 erstmalig in Betrieb genommen, im September 2018 bei einer Notfallübung beschädigt und läuft jetzt wieder seit Dezember 2018). Wir haben beides aber nur von unten besichtigt. Einerseits war uns das zu teuer, andererseits waren wir eh schon zu spät und dann wäre oben auch nur Nebel gewesen, man hätte also noch nicht mal eine schöne Sicht gehabt. Dabei habe ich dann festgestellt, dass ich tatsächlich noch nie auf der Zugspitze war. Auf einigen Bergen „daneben“ schon, aber auf der Zugspitze noch nicht. Aber ich weiß auch nicht, ob das so erstrebenswert ist. Vermutlich sind da auch sehr viele Touristen, was den Charme eines Gipfels schon ein wenig zerstört.

Nachdem wir die letzte Talfahrt an dem Tag beobachtet haben, sind wir dann wieder ins Auto gestiegen und zurückgefahren. Ich finde ja Alpen schon immer wieder faszinierend. Die hohen Berge, die man erklimmen kann. Aber ich glaube, so eine Stippvisite lohnt sich dann doch eher weniger. Wenn man die Zeit hat, sollte man sich schon auch die Zeit nehmen und lieber wandern gehen. Wenn einem das Erklimmen des Berges zu anstrengend ist, auch gerne mit der Seilbahn und dann „nur“ oben eine Runde, oder zu einem anderen Gipfel. Das habe ich schon häufiger gemacht und mir persönlich gefällt es deutlich besser oben in den Alpen zu sein, als nur von unten hochzuschauen. Aber das ist vermutlich Ansichtssache. Wie siehst du das? Lieber hochwandern, Seilbahn oder unten bleiben?