Ankommen in Peru
Der erste Eindruck ist das, was zählt. Nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Ländern. In Peru war meiner eher durchwachsen. Aber lest selbst.
Hallöchen!
Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg nach Lima. Wir sind zwar erst mit einer Stunde Verspätung losgekommen, weil uns noch Passagiere fehlten, aber wir haben es geschafft. Wir sind in der Luft. Unser Flugzeug ist mit je einem eigenen Bildschirm/ Fernseher pro Sitz ausgestattet, den man nach Lust und Laune bedienen kann. So kann man sich Filme anschauen – die meisten auf Französisch oder Englisch, manche auf Spanisch und noch weniger auf Deutsch – oder Musik anhören. Gegessen haben wir auch schon und eigentlich könnten wir jetzt schlafen. Denn nach deutscher Zeit ist schon kurz nach zehn. Und wir sind ja auch schon den ganzen Tag unterwegs, aber es ist doch, recht laut – und das nicht nur wegen der Kleinkinder.
Dem Abschied folgt das Neue
Die letzten Tage habe ich noch fieberhaft gepackt – ich hoffe, ich habe nichts vergessen – mich von Freunden verabschiedet, letzte Vorbereitungen getroffen und mich mental auf die neue Situation eingestimmt. Und jetzt habe ich auch den Abschied hinter mir.
So langsam – oder auch schneller – wächst die Vorfreude
Hier im Flugzeug gibt es immer wieder Karten, auf denen man alle Daten zum Flug sehen kann: Höhe – ca. 10 000 m; Geschwindigkeit – ca. 900 km/h; Außentemperatur – ca. -50°C; Ankunftszeit – 19:36 Uhr (Lokalzeit); zurückgelegte Strecke – wird immer mehr... Und die Ankunft in Lima rückt auch auf der Karte immer näher.
Doch erst: PROBLEME...
Die Probleme fingen schon in München im Flughagen an: Ich habe keinen Sitzplatz. Den bekomme ich erst am Gate. - OK. Am Gate war dann auch recht bald Boarding, denn ich habe die letzten Minuten mit meinen Leuten ausgenutzt. Am Gate hat meine Boardingcard nicht funktioniert. Die Dame am Schalter hat mir aber dann doch eine neue Karte ausgestellt – mit einem Sitzplatz in der Reihe des Notausgangs - das bedeutet viel Beinfreiheit. In Paris habe ich dann mit etwas Mühe mein Gate gefunden. Doch vorher kam die Passkontrolle... Leider war ich die einzige, die dort war – die anderen waren irgendwie schneller als ich – also hatte der Beamte Zeit und hat mich ziemlich ausgehorcht (wie lange bleibst du, was machst du dort, warum Peru, fliegst du alleine, hast du Angst vor dem langen Flug, …) Doch auch dort war ich dann irgendwann durch und durfte zu meinem Gate. Dort sollte ich irgendeinen Fragebogen über den Flughafen ausfüllen. Entweder auf Französisch oder auf Englisch – ich hab den englischen Fragebogen genommen, aber auch nicht alles verstanden... Das Boarding wurde immer weiter nach hinten verschoben, so dass ich insgesamt drei Stunden Aufenthalt in Paris hatte. Doch als ich ins Flugzeug wollte, haben sie mich nicht reingelassen. Mara und Marc, die mit mir ab Paris geflogen sind, kamen ohne Probleme durch. Aber meine Boardingcard hat nicht funktioniert. Die Beamten haben dann untereinander lange beratschlagt, immer wieder im Computer irgendwas nachgeschlagen und dann noch mehrfach mit irgendwelchen Leuten telefoniert. Ich habe kein Wort verstanden. Aber irgendwann haben sie etwas von Gepäck erzählt. Und mir versichert, dass sie alles hinkriegen. Dann wurde ich in den Flieger gelassen. In Lima haben wir die ganzen Formulare ausgefüllt, was um zwei Uhr nachts (deutsche Zeit) nicht so ganz einfach ist. Dann brauchten wir unser Visum. Das war schwerer als gedacht, denn der Beamte hat währenddessen mit lauter anderen Leuten geredet und uns nicht so wirklich zugehört. Wir haben dann einen Stempel und eine „Unterschrift“ bekommen. Diese Unterschrift sollte aber wahrscheinlich eine Zahl darstellen. Und entspricht am ehesten einer 90. Das heißt, wir werden ziemlich sicher früher ausreisen müssen... Nachdem wir dann endlich alle Papiere ausgefüllt hatten, wollten wir unsere Koffer abholen. Meiner war leider nicht dabei. Ich bin also zu dem Schalter gegangen, hab gewartet – ich war nicht die Einzige – und habe mich um meinen Koffer gekümmert. Dort habe ich dann auch ein „Night- Kit“ bekommen mit Socken, T-Shirt, Zahnbürste, Zahnpasta, Deo, Duschgel, Rasierer und Rasierschaum. Als wir dann endlich raus wollten haben wir festgestellt, dass doch noch ein Formular fehlt. Außerdem mussten wir durch eine erneute Sicherheitskotrolle. Das heißt, wir mussten alle Gepäckstücke auf ein Band legen, damit sie durchgeleuchtet werden können.
Angekommen
Doch irgendwann sind wir dann doch noch aus dem Flughafen rausgekommen. Dort hat Heike (eine der Missionare) auf uns gewartet. Wir sind dann mit dem Taxi in die Missionarswohnung in Lima gefahren. Dort waren wir echt froh, dass wir endlich ein Bett hatten (wir waren schließlich schon 24 Stunden wach) Am nächsten Morgen (19. Juli) sind Heike, Ben (ihr großer Sohn) und ich erst mal shoppen gegangen. Denn das „Night-Kit“ hat nicht gereicht. Vor allem weil nicht sicher war, wann der Koffer dann nun wirklich ankommt. Abends sind wir dann endlich in den Bus nach San Ramon gestiegen. Dort hatten wir Schlafsessel, die eigentlich recht bequem waren. Trotzdem konnte ich nicht gut schlafen. Bei der Fahrt über die Anden haben wir den höchsten befahrbaren Pass erklommen. Morgens wurden wir von den anderen Missionaren zum Frühstück eingeladen. Die haben uns dann auch unsere Wohnung gezeigt, die am Samstag fertig geworden ist. Dort leben wir uns gerade ein. Wir lernen die Leute, die Straßen, die Geschäfte, … kennen. Und natürlich die Sprache. Denn das Schulspanisch stellt zwar eine Grundlage dar, aber es reicht hinten und vorne nicht. Vor allem weil die Leute hier sehr schnell sprechen... Aber einkaufen kann ich inzwischen, denn ich habe Hände und Füße (und ein Wörterbuch) und die Zahlen für den Preis kann ich. Trotzdem ist das Einkaufen eine Herausforderung, denn es gibt keine Supermärkte mit Selbstbedienung... Das heißt man muss sehr viel mit den Leuten reden. Aber nur so lernt man die Sprache 😉