Die Lounge-Challenge
Ich fahre gerne Bahn. Sehr gerne. Vielleicht auch sogar noch ein bisschen mehr. Und wenn man dann ein Upgrade für die erste Klasse hat, muss man das doch auch voll ausnutzen. Ich würde sagen, das ist mir gelungen. Aber mach dir selbst ein Bild.

Ich fahre gerne Bahn. Sehr gerne. Vielleicht auch sogar noch ein bisschen mehr. Und wenn man dann ein Upgrade für die erste Klasse hat, muss man das doch auch voll ausnutzen. Ich würde sagen, das ist mir gelungen. Aber mach dir selbst ein Bild.
Die ganz kurze Bilanz des Upgrades:

- 7 Lounges in 7 Städten in Deutschland
- insgesamt 2.364 km (inklusive 992 km "Rückfahrt" nach Berlin) im Zug
- 10,5 Stunden reine Zugfahrt (plus 10 h "Rückfahrt" nach Berlin)
- Und das alles innerhalb von 15 Stunden (von Loungeöffnung in Berlin bis Loungeschließung in München) plus Rückfahrt nach Berlin. Das waren dann mehr als 24 Stunden, in denen ich 1. Klasse gereist bin.
Ok. Und nach dem Überblick nochmal mehr in die Tiefe:
Ich weiß. Ich bin ein wenig (oder auch mehr) verrückt. Und wenn jemand eine verrückte Idee hat, bin ich in der Regel schon auch dabei. Und dann spinnt man immer mehr an der Idee herum und irgendwann hat man einen ausgearbeiteten Plan. So auch dieses Mal. Ich musste mal noch ein paar Bahn-Bonus-Punkte benutzen, bevor die verfallen. Freifahrten oder Sitzplatzreservierungen brauch ich nicht. Also war naheliegend, 1.-Klasse-Upgrades zu bestellen. Wenn man direkt 6 Upgrades bestellt, gelten die bei einer BahnCard100 auch nicht nur für eine einfache Fahrt, sondern direkt für einen ganzen Tag.
Und wenn man dann so ein Upgrade hat, muss man das aber ja auch schon richtig ausnutzen und natürlich möglichst viel Zug fahren. Und außerdem: Mit dem Upgrade darf man auch in die sieben DB-Premium-Lounges, in denen es nicht nur kostenlose Getränke, sondern auch Speisen gibt. Ziel war es also schon auch, das investierte Geld (bzw. die Punkte) in Form von Verpflegung wieder reinzuholen und keine weiteren Lebensmittel zu kaufen.
Und dann sucht man sich natürlich jemanden, der eine BahnCard100 für die erste Klasse hat und mit dem man dann gemeinsam durch Deutschland gondeln kann um sich am Bahn-Buffet zu bedienen. Und eigentlich möchte ich ja schon auch sagen können, dass ich in allen Lounges war. Im Comfort-Bereich habe ich das schon geschafft, Premium hatte ich bisher nur drei gesehen (Mannheim, Frankfurt und Hamburg - mit meinem letzten Upgrade, das aber nur für eine einfache Fahrt galt). Aber warum sollte man Lounges nicht besuchen, nur weil man da schon mal war? Nach einigem Tüfteln (das habe ich „outgesourced“. Das soll lieber jemand machen, der noch mehr Zeit im Zug verbringt) war dann tatsächlich ein Plan entstanden, wie man es theoretisch schafft, an einem Tag alle 7 DB-Premium-Lounges in Deutschland zu erreichen. THEORETISCH. Denn sobald man einen Zug verpasst, klappt der Plan nicht mehr. Aber ich bin ja mit der Bahn befreundet. Also sehe ich da schon eine halbwegs realistische Chance. 😊
Um direkt um 6 zur Lounge-Öffnung in Berlin zu sein, ging es am Abend vorher erstmal nach Frankfurt um über Nacht nach Berlin zu fahren. Pünktlich um kurz nach halb sechs waren wir dann da und nach einem kurzen Spaziergang zum Bundestag waren wir ein paar Minuten nach 6 mit die ersten Gäste in der Premium-Lounge und haben erstmal gefrühstückt.
Nach einer halben Stunde ging es schon wieder zum Gleis, denn der Zug nach Hamburg hat uns direkt zum zweiten Frühstück gefahren (jetzt habe ich die Strecke Hamburg-Berlin auch endlich mal auf meiner Streckenkarte abgehakt). In Hamburg hatten wir eine knappe Stunde Zeit und konnten so sogar noch Zeitung lesen. Weiter nach Hannover, wo wir sogar zu früh ankamen, sodass wir dort auch eine knappe Stunde Zeit in der Lounge hatten um unser drittes Frühstück zu essen. Im Anschluss ging es gut 2,5 Stunden nach Köln - dem stressigsten Punkt unseres Plans. In Köln hatten wir die kürzeste Umstiegszeit (nur 17 Minuten) und in Köln wird die eigentliche Lounge aktuell umgebaut. Deshalb ist die Lounge ausgelagert (laut google-Maps 7 Minuten Fußweg) und wir sind ganz schön gerannt um das zu schaffen. Für einen Kaffee und für ein Dom-Foto war noch Zeit, aber das Sportprogramm war damit dann für den Tag auch abgearbeitet.
Weiter ging’s dann zum Mittagessen (für Kaffeetrinken hätte man ja Kuchen essen müssen und nach dem Frühstück isst man ja normalerweise erstmal zu Mittag) nach Frankfurt, wo wir gegen halb 4 angekommen sind. Auch in Frankfurt hatten wir nur ca. 30 Minuten Zeit, bevor es dann zur kürzesten Bahnfahrt (38 Minuten) nach Mannheim ging. Dort gab’s dann frühes Abendessen (oder so ähnlich) von richtig freundlichem Personal und dann ging es auch schon zur letzten Lounge nach München. eine halbe Stunde vor Schließung waren wir dann dort und konnten nochmal etwas essen, bevor es für die Nacht wieder nach Berlin ging. Um die Rundreise zu vervollständigen. 😉
OK. Soweit die Fakten. Eine Tabelle wäre wahrscheinlich übersichtlicher gewesen. Egal. Jetzt hast du es eh schon gelesen.

Was ich gelernt habe:
Und wie gehts jetzt weiter? Nach so einer Aktion ist das „normale“ Bahnfahren ja fast schon langweilig, oder?!
Nun ja. Ich fahre weiterhin gerne Bahn. Demnächst vielleicht erstmal wieder mit mehr Fokus auf der Stadt, in der ich ankomme. Ein bisschen Sightseeing und so.
Und dann kommt demnächst bestimmt wieder die nächste Challenge. Vielleicht ja mal alle Comfort-Lounges an einem Tag oder so. Uns fällt schon was ein. Vorschläge sind aber auch immer willkommen. 😁
Den Tag in Fotos zusammengefasst gibt es übrigens hier.