Ein BahnCard-Jahr in Zahlen

Ein BahnCard-Jahr in Zahlen

Ich mag Zahlen, ich mag Excel-Tabellen und ich mag das inhaltliche Füllen von Daten. Als ich meine erste BahnCard100 gekauft habe, habe ich mich gefragt, ob sich das finanziell überhaupt gelohnt hat. Also habe ich eine Excel-Liste angefangen und meine Fahrten eingetragen. Alle Fahrten, die ich so gemacht habe: Preis (zum Zeitpunkt der Entscheidung für die Fahrt), Datum, Start-Bahnhof, Zielbahnhof, Dauer und Verspätung. Das Ganze habe ich dann währenddessen schon ein bisschen ausgewertet. So Excel-Formeln aktualisieren ihre Ergebnisse ja ständig. So hat sich beispielsweise das Monatsfeld automatisch grün eingefärbt, wenn ich genug gefahren bin.

Nach dem ersten Jahr BahnCard100 gab's dann auch ne Instagram-Statistik:

ca. 240 Stunden im Zug
😮‍💨
ca. 33% der Züge waren verspätet – meine größte Verspätung waren 4:30 Stunden (mein Zug war nachts ausgefallen und ich kam erst morgens weiter)
🚂
ca. 80 Fahrten
☝🏻
Im Schnitt hatte ich 15 Minuten Verspätung

Im zweiten BahnCard-Jahr war ich schon mehr in das Bahn(Card)-System eingetaucht. Ich bin oft nicht mehr primär gefahren, weil ich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein musste. Ich hatte die DB-Lounges für mich entdeckt und habe angefangen, Triebzüge zu „sammeln“. Also wurde meine Excel-Liste erweitert: Sparpreis (zum Zeitpunkt der Entscheidung), Flexpreis (mit BahnCard50, denn die hätte ich ja sonst gehabt), Art des Eintrags (ICE, IC, Einzelkarte, Wochenkarte, Freigetränk, Fahrgastrechte), Start- und Zielbahnhof, Dauer, Verspätung, geplante und tatsächliche Umstiege, ICE-Farbe und Taufname. Und dann habe ich noch gezählt, mit wie vielen Verkehrsmitteln ich gefahren bin. Also beispielsweise auf der Verbindung von mir zu meinen Eltern: 2x ICE, 1x S-Bahn und 1x Straßenbahn/Bus

Das hat schon ein paar mehr Möglichkeiten gegeben um Dinge zu analysieren. Leider war ich bei der Spalte mit den Triebzügen nie so diszipliniert. Ich kann also nicht sagen, welchen Triebzug ich am häufigsten gefahren bin. Hätte mich ja schon mal interessiert. 😂

Die Statistik des zweiten Jahres sah dann so aus:

ca. 300 Stunden im Zug
😮‍💨
ca. 32% der Züge waren verspätet – meine größte Verspätung waren 2:08 Stunden (da ist mein ICE ab irgendwo ausgefallen und ich musste mit dem IC weiter)
🚂
ca. 100 Fahrten
☝🏻
Im Schnitt hatte ich 15 Minuten Verspätung

Für das dritte Jahr habe ich dann Träwelling entdeckt. Am Anfang dachte ich ja noch, dass ich das dann parallel zu meiner Excel-Liste führe und dann am Ende des Jahres vergleichen kann. Hat nicht lange funktioniert. Immer mal wieder habe ich die Daten von Träwelling nachgetragen, dann habe ich nur noch Freigetränke und Fahrgastrechte eingetragen, aber auch das schon länger nicht mehr...

Aber ich habe dann auch festgestellt, dass man die Daten bei Träwelling recht einfach als Excel-Datei exportieren kann. Also lohnt es sich gar nicht so recht, die Daten manuell zu erfassen. Und wenn man sich die Statistiken so anschaut, fahre ich auch einfach jedes Jahr mehr, da ist das mit dem doppelten Erfassen auch immer aufwendiger...

Fernverkehrsstatistik des dritten Jahres

ca. 930 Stunden im Zug (das sind mehr als 5 Wochen!)
😮‍💨
ca. 54% der Züge waren verspätet – meine größte Verspätung waren 4:01 Stunden
🚂
ca. 300 Fahrten
😴
37 Nachtfahrten
☝🏻
im Schnitt hatten meine Züge 15 Minuten Verspätung
📏
99.859,7 km im Fernverkehr zurückgelegt
🚉
mit dem Fernverkehr bin ich an 62 Bahnhöfen aus- oder eingestiegen.

Das schöne an Träwelling: Ich habe ALLE Fahrten eingetragen. Also auch die zwei Haltestellen mit der Straßenbahn, den Arbeitsweg, die Fahrt mit der Hamburger Hafen-Fähre, ... Alles. Bedeutet, ich kann auch noch sehr viel detailliertere Statistiken auswerten.

Hier also nochmal die Statistik vom letzten Jahr, aber mit allen Daten:

ca. 1.140 Stunden im Zug (das sind fast 7 Wochen!)
😮‍💨
ca. 23% der Fahrten waren verspätet (über 5 Minuten) – meine größte Verspätung waren 4:01 Stunden
🚂
1.798 Check-Ins
☝🏻
im Schnitt hatten meine Züge 5 Minuten Verspätung
📏
108.264,5 km zurückgelegt (das sind über 2,5 Erdumrundungen)
🚆
Am häufigsten bin ich mit der Linie 12 gefahren. Bei den S-Bahnen war es übrigens die Linie S12. 😂
Bei den ICEs teilen sich ICE921, ICE920 und ICE698 mit je 7 Fahrten den ersten Platz – alles Nacht-ICEs.
🏙️
in 103 Städten ein- oder ausgestiegen – am häufigsten in Köln.
Häufiger in Frankfurt, als in Mannheim und Düsseldorf kommt auf Platz 10.
🚉
an über 350 Bahnhöfen und Haltestellen aus- und eingestiegen – am häufigsten in Köln Hbf mit 427 Ein- und Ausstiegen.

Das mit den Bahnhöfen und Haltestellen kann ich nicht ganz genau sagen. Manche Haltestellen haben mehrere Bezeichnungen. Köln Messe/Deutz beispielsweise wird als „Köln Messe/Deutz“, „Köln Messe/Deutz Gl.11-12“ (Fernverkehrsgleise) und „Bahnhof Deutz/Messe LANXESS arena, Köln“ (KVB) geführt. Ist für mich schon der gleiche Bahnhof, weshalb die Statistik ein bisschen nach oben „schönt“. Aber ich denke 350 Bahnhöfe müsste genug Puffer haben.

Und noch ein Vorteil: man kann dann seine CheckIns auch auf einer Karte anzeigen lassen:

Hier gibt es übrigens eine Anleitung für deinen eigenen Träwelling-Excel-Rückblick. Also falls du da Interesse dran hast, mach mir gerne nach. Ich freue mich, wenn du mich dann auf Instagram verlinkst, wenn du die Statistik dann teilst. 😉

Aber noch ganz kurz ein Wort zum Thema „Lohnt sich eine BahnCard100“ oder auch „Bist du reich oder so?“

Ob sich die BahnCard100 finanziell lohnt, habe ich nur in den ersten beiden Jahren erfasst – und da auch nur halbherzig. Natürlich würde ich keine 50€ für ein Ticket nach Frankfurt ausgeben. Natürlich würde ich nicht einfach nach Frankfurt fahren, wenn mir langweilig ist, oder ich einen Platz zum Arbeiten brauche. Im ersten BahnCard-Jahr habe ich erst langsam verstanden, dass ich überhaupt einfach in den Zug steigen darf, egal, ob ich dafür einen Grund habe, oder nicht. Inzwischen nutze ich das Zugfahren, um zu entspannen, um zu arbeiten und mir neue Orte anzuschauen. Um neue Leute kennenzulernen oder mich mit Freunden zu treffen oder sie bei ihren Zugfahrten zu begleiten.

Inzwischen nutze ich auch die vielen Vorteile des BahnBonus-Status. In Mannheim den Anschluss verpasst, der nächste fährt in knapp einer Stunde? Kein Problem, ich setze mich kurz in die Lounge und trinke einen Kaffee oder arbeite eine Runde. Wasser schon leer und ich habe Durst im Zug? Kein Problem, dann nutze ich halt eins meiner Freigetränke. Mit dem Fahrrad ist es schneller? Kein Problem, ich hole mir eben ein Call-a-Bike.

All diese Vorzüge kann man nicht in Geld messen. Aber auf all diese Vorzüge möchte ich nicht verzichten. Deshalb gibt es noch mindestens ein weiteres Jahr BahnCard100 für mich.