Essen in Peru
Ein zentrales Thema - nicht nur im Ausland. Am Essen kommt man nicht vorbei. Man muss sich anpassen. Wie das so gelungen ist, kannst du hier lesen.
Wir haben sehr viel selbstständig gekocht. Nachdem meistens nicht viel Zeit war, wurden Nudeln in sämtlichen Variationen gekocht: Mit Tomaten, mit Brühwürfel, Nudelgewürz, Salz und Öl, mit Thunfisch, oder auch als Nudelsuppe. Der Vorteil von kalter Tomatensauce ist dabei, dass die Nudeln viel schneller abkühlen. Das geht schneller. Und nachdem es eh meistens warm war, war es auch nicht schlimm, wenn das Essen kalt war. (Kleine Notiz am Rande: Im deutschen Winter schmeckt das absolut nicht - hab ich ausprobiert!)
Zwischendurch haben wir auch versucht, typisch deutsche Gerichte zu kochen. Kässpätzle (durch den Käse unglaublich teuer), Maultaschen (nachdem wir dem Fleisch nicht so ganz getraut haben, waren sie vegetarisch und auch sonst mehr improvisiert, als irgendetwas anderes), beim Brot haben wir damit gekämpft, dass der Gasbackofen nur Unterhitze hatte und dadurch das Brot unten schon schwarz wurde, während oben der Teig noch roh war. Pfannkuchen hingegen waren super einfach. An Weihnachten gab es Plätzchen (Butter/Margarine musste durch Öl ersetzt werden, weil Butter in Peru grundsätzlich gesalzen war) und an Ostern haben wir Hefezopf gebacken und Eier gefärbt.
Aber wir haben auch viel peruanisches Essen gegessen. Wir waren mehr oder weniger regelmäßig in unserer Lieblings-Chifa. Dort gibt es asiatisch-peruanisches Essen. Freitags haben wir immer wieder bei der Feria (so was ähnliches, wie Weihnachtsmarkt – nur jede Woche) auf der Straße gegessen. Da gabs dann gegrillte Fleischspieße oder frittierte Teigringe. Ansonsten haben wir noch peruanisches Essen bekommen, wenn Peruaner bei uns zu Besuch waren (sie haben dann häufig für uns gekocht), oder wenn wir Peruaner besucht haben. Da gabs dann auch ausgefallenere Sachen.
Ansonsten gab es auch eine Hamburguería (Restaurant, wo es Hamburger gab), gebratenes Hühnchen mit Kartoffeln oder Yuka war auch sehr beliebt und häufig gab es halt irgendein Stück Fleisch und dazu Reis.
Grundsätzlich gilt: Ohne Reis wird man nicht satt. Ein Gericht ist nur dann vollständig, wenn Reis dabei ist. Auch wenn es schon Nudeln, Kartoffeln oder Yucca gibt. Ansonsten ist meistens Hühnchen dabei, oder auch Rindfleisch. Schwein gibt es kaum und Meerschweinchen ist nur für besondere Anlässe. Wir haben auch Meerschweinchen gegessen. Wir wurden aber vor Meerschweinchen in Restaurants gewarnt, weil da manchmal Ratten serviert werden (wenn der Schwanz abgeschnitten wurde und die Ratte paniert ist, kann man das optisch nicht mehr unterscheiden). Deshalb haben wir uns bei einer tía eines Freundes (eigentlich ist tía die Tante, die waren aber nicht verwandt) eingeladen und dort Meerschweinchen gegessen. Den Urlaub drumherum und die Zubereitung des Meerschweinchens könnt ihr euch hier anschauen.

Wenn man mal den Blick von Hauptgerichten abwendet, gab es vor Allem Obst. Mangos (zur Erntezeit 30ct pro Kilo), Kaktusfeigen, Sternfrucht, Maracuja, Papaya (ist nicht so meins), Avocados, Orangen, Ananas, … Obst gab es überwiegend sehr billig auf dem Markt (außer man hat Importware, wie Äpfel gekauft) und ist frisch einfach so unglaublich lecker. Wer also jemals in Südamerika sein sollte: Lasst euch nicht davon abschrecken, dass sie alle roh gegessen werden.
Übrigens: Zu Essen wird traditionell Gaseosa (Soft-Getränk) oder Chicha Morrada serviert. Gaseosa ist neben bekannten Limos und Cola (gibt es kaum!) die IncaKola. Eine giftgelbe Limonade, die pappsüß ist und Coffein enthält. Sie gehört inzwischen teilweise zu CocaCola, wurde aber in Peru erfunden, enthält angeblich irgendwas vom Zitronenstrauch und schmeckt ein bisschen wie Kaugummi.
Chicha Morrada ist Mais-Saft. In Peru gibt es eine Sorte Mais, der lila ist. Der wird dann mehrfach gekocht, abgekühlt und mit Äpfeln und anderen Gewürzen nochmal aufgekocht. Danach trinkt man ihn. Meistens sind noch Apfelstücke, manchmal auch Maiskörner drin. Schmeckt ganz anders, als alles, was ich so kenne. Am Anfang war es echt gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Chicha Morrada gibt es sowohl frisch, als auch in der Flasche. Frisch schmeckt sie aber deutlich besser.
Nach Deutschland habe ich mir drei Gerichte genommen, die ich immer wieder koche:
Aji de Gallina: Reis mit scharfer Sauce aus Aji (eine peruanische Chilli-Sorte), Hühnchen, in Milch getränkte Toastscheiben und Salz und Pfeffer. Dazu gibt es ein gekochtes Ei, Oliven und Kartoffeln.
Lomo Saltado: Reis mit gebratenen Streifen aus Gemüse (Tomaten, Kartoffeln, ...) und Rindfleisch. Das Gemüse passe ich an und bin da nicht so streng nach peruanischer Art.
Arroz Chaufa: gebratenes Gemüse, Speck (oder gewürfeltes Schweinefleisch - immer häufiger nehme ich auch Tofu), Eier und Reis. Das ganze wird mit Soja-Sauce gewürzt und mit Grünzeug garniert. Auch das habe ich inzwischen immer mehr angepasst, denn ich verarbeite damit super gerne meine Reste. Sowohl Gemüsereste, als auch übrig gebliebenen Reis. Nur Ei muss immer sein. Deshalb nenne ich meine Kreation auch nicht mehr Arroz Chaufa, sondern Arroz a la Karina (Reis nach Karinas Art)
Falls ihr ein Rezept haben wollt, schreibt mir gerne. 😊

Und falls dich interessiert, wie peruanische Süßigkeiten so schmecken, hier noch ein Video dazu: