La Palma - die Zweite
Die Hälfte ist um... Was ich in den letzten 7 Tagen auf der Insel so erlebt habe, könnt ihr hier nachlesen.

Und schon wieder ist eine Woche vergangen. Wobei es sich auch diese Woche nach viel mehr Zeit anfühlt. Ich erkenne inzwischen immer mehr Leute wieder, kann mich in Unterhaltungen immer wieder einklinken und muss mich nicht mehr aktiv fürs Zuhören entscheiden. Viel bekomme ich auch wieder nebenher mit – wobei das sehr stark davon abhängig ist, wie müde ich bin. Insgesamt ist ein bisschen Ruhe eingekehrt. Die Aktivitäten wiederholen sich jetzt und ich weiß ungefähr, wo ich mich wie einbringen kann.

Stehengeblieben waren wir Sonntag Abend. Also geht es jetzt mir Montag weiter. Da habe ich nicht viel gemacht. Die beiden, bei denen ich lebe, hatten ihren freien Tag, das Wetter war ok, aber nicht übermäßig gut und ich war froh über einen Tag Pause, an dem ich mich mit anderen Dingen beschäftigen konnte. Und mein Kopf war auch ein bisschen froh über einen fast spanisch-freien Tag, denn so konnten die ganzen neuen Wörter sacken.
Dienstag hat es dann geregnet. Vormittags sind wir deshalb im Haus geblieben. Nachmittags hat es dann schon wieder aufgehört, die Einheimischen waren trotzdem froh über jeden Tropfen. Wir sind nachmittags dann ins Krankenhaus gefahren. Dort findet einmal im Monat ein evangelischer Gottesdienst in der Krankenhauskapelle statt. Dafür ist auch die IEB (Iglesia Evangélica Bautista) zuständig. Wir haben auf dem Weg noch zwei andere deutschsprachige eingesammelt. Mehr sind wir dann auch nicht mehr geworden. Trotzdem haben wir den Gottesdienst auf Spanisch durchgezogen – falls Angestellte vom Krankenhaus vorbeikommen. Aber so spezielle Vokabeln, wie Augentropfen wurden direkt für uns übersetzt. 😉 Abends sind wir noch für einen Alphakurs zu einer Frau gefahren. Von dort war die Aussicht richtig schön. Ich habe nur leider kein Foto gemacht. Das muss ich wohl diese Woche nachholen.

Mittwoch ging es nach Punta Gorda zu einem Hauskreis mit Bibelstudium. Auf dem Weg haben wir ein bisschen Tourismus betrieben und sind an einem Mirador (Aussichtspunkt) ausgestiegen, damit ich Fotos machen konnte. Auf dem Hinweg habe ich den Nebel bewundert. Es sieht so unglaublich mystisch aus, wie er Pflanzen verschluckt! Oben am Haus habe ich schon das „Mar de nubes“ (Wolkenmeer) bewundert. Auf dem Rückweg ist die Sonne aber gerade im Wolkenmeer untergegangen. Da haben wir dann auch nochmal an einem Mirador gehalten. So unglaublich, wie schön es hier ist! Ich frage mich immer wieder, ob die Leute, die hier wohnen – vielleicht sogar aufgewachsen sind – diese Schönheit überhaupt noch bewundern (können)...

Das Krasse ist, wir haben bei ungefähr 30 km Strecke erst gut 900 Höhenmeter nach unten gemacht – nur um dann wieder ungefähr 1300 Höhenmeter nach oben zu fahren. Und das ist hier ständig so. Egal, wo man hinfährt, muss man den Berg hoch – oder runter fahren. Bei gut 700km² Grundfläche hat die Insel nämlich eine Höhendifferenz von knapp 2500 Metern. Um beispielsweise von Los Llanos nach Santa Cruz zu kommen, fährt man von ca. 300 MünN auf ziemlich genau Meeresspiegel. Weil da aber ein Berg dazwischen ist, muss man zwischendurch auf knapp 1000 Meter. Das nur so als Info nebenbei.

Abends ging der Wochenplan dann wieder von vorne los. Da kamen wieder ein paar Leute zu uns nach Hause. Diesmal waren es aber weniger. Dafür waren die Diskussionen spezieller – oder ich habe mehr mitbekommen. Wieder einmal ging es um Politik, wo es mir schon im Deutschen nicht so einfach fällt, da den Durchblick zu behalten. Aber auf Spanisch ist es noch herausfordernder. Deshalb war ich da stolz über jeden Satz, den ich beigesteuert habe.

Donnerstag ging es dann wieder nach Santa Cruz zum Bibelstudium. Dieses Mal waren auch mehr Leute da, sodass wir uns tatsächlich durch ein Kapitel Könige gekämpft haben. Wir waren zu sechst: zwei Spanischsprachige, zwei Englischsprachige und zwei mit Deutsch als Muttersprache. Weil die spanischsprachigen nur wenig englisch und die Engländer nur wenig Spanisch konnten, wurde zwischen den Sprachen hin und her geswitcht und übersetzt. Ich habe das Kapitel auf Spanisch vorgelesen – herausfordernd, aber machbar. Das Switchen zwischen Spanisch und Deutsch geht. Aber wenn dann noch immer wieder Englisch dabei ist, bin ich überfordert. Dann baue ich einen Satz auf Englisch mit deutscher Grammatik und spanischen Wörtern oder so. Und wenn ich mich nicht konzentriere fällt es mir noch nicht mal auf 😉
Am Freitag war nur abends Ensayo (Probe). Und es war richtig gutes Wetter. Also habe ich eine Spaziergang-Wanderung gemacht. Im Reiseführer stand ungefähr 2 Stunden auf asphaltierten Straßen durch Bananenfelder immer bergab nach Tazacorte und dann weiter zum Puerto Tazacorte (Hafen) und zum Strand. Ich wollte nicht erst zum Startpunkt zurücklaufen und habe beschlossen, kurz später einzusteigen. Als ich die Straße gefunden hatte, habe ich dann gedacht, ich frag mal googleMaps, wie lange ich die Straße ungefähr langlaufen muss, denn die Route vom Reiseführer stößt erst deutlich später auf die Straße. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass ich mich offensichtlich verlaufen hatte, denn ich war auf einer anderen Straße, als ich sein wollte. Später hat sich dann herausgestellt, dass googleMaps dort einfach nur falsche Straßennamen eingespeichert hat. Ich war doch richtig. Zwischendurch habe ich ganz viele Bananenfelder und Echsen gesehen. Die meisten huschen weg, wenn man kommt, aber immer wieder habe ich auch welche auf Kamera eingefangen.

Obwohl ich so oft für Fotos stehen geblieben bin, habe ich nach ziemlich genau 2 Stunden gehen den Strand erreicht. Der Strand ist hier schwarz, denn die Insel ist durch Vulkane entstanden. Die Lava ist schwarz, dann werden die Steine immer kleiner und sind am Schluss als schwarzer Sand am Strand. Das Problem: Er wird unglaublich heiß. Also bin ich mit Schuhen nach vorne gelaufen und habe mir erst kurz bevor es nass wurde die Schuhe ausgezogen. An der Wasserlinie bin ich eine Weile am Strand gelaufen, bevor ich dann noch baden war. Danach war zwar alles voll mit schwarzem Sand, aber egal. 😉 Für den Rückweg habe ich dann den Guagua (Bus) genommen. Man hätte auch eine Stunde laufen können, aber dazu hatte ich dann keine Lust mehr… Und so habe ich auch mal den ÖPNV hier ausprobiert 😉 Übrigens: Den Bus zahlt man hier nicht nach Tarif-Zonen, sondern nach Entfernung. Für unter 10km Fahrt zahlt man 1,50€, für 10-20km Fahrt dann 2,40€ und für mehr als 20km werden dann 2,60€ fällig.

Abends ging es dann zur Probe für den Gottesdienst. Ich hatte mich auf Ton-Frau eingestellt. Aber dann kam die Pianistin und eine Gitarristin nicht und ich wurde spontan zum Klavierspielen abgeordert.

Samstag ging es vormittags ein bisschen touristisch shoppen. Ein paar Kleinigkeiten und Andenken/ Mitbringsel. Abends war wieder Jugend in Santa Cruz. Weil der Pfarrer direkt vom Flughafen kam, der in Santa Cruz ist, musste ich mir eine andere Mitfahrgelegenheit suchen. Zwei Musiker aus der Gemeinde waren so lieb und haben mich zu Hause eingesammelt. Die Fahrt über wurde dann über Musikrichtungen und Stile diskutiert. Das liegt mir mehr, als die Politik. 😉
Und dann war schon wieder Sonntag mit Gottesdiensten. Morgens war ich mit der Co-Pastora in Tijarafe. Die Gemeinde kannte ich noch gar nicht. Geografisch war es kurz vor Punta Gorda. Also haben wir wieder eine ganze Menge Kurven und Höhenmeter zurückgelegt. Auf dem Rückweg haben wir noch an einer Kapelle (Nuestra Señora de las Angustias) gehalten. Dort werden Körperteile aus Wachs aufgehängt. Was es damit auf sich hat, habe ich nicht ganz verstanden. Aber es war eine hübsche Kirche. Abends ging es wieder in den Gottesdienst nach Los Llanos mit YouTube-Übertragung, bei dem ich dieses Mal Klavier gespielt habe.

Heute werde ich auf einer Wanderung gewesen sein. Davon berichte ich aber dann wann anders. Sobald der Bericht online ist, findest du ihn hier.