La Palma – Caldera

Was man in 10 Stunden zu Fuß in der Caldera so erleben kann... Was wir so erwandert haben, kannst du hier nachlesen.

La Palma – Caldera

Für diese Wanderung bin ich das erste Mal vor Sonnenaufgang aufgestanden… Mit der aufgehenden Sonne wurden wir dann zur Caldera gefahren. In Los Brecitos ging es los. Dort darf man nicht parken. Der Parkplatz ist unten, dort warteten auch schon einige Taxis, die einen nach oben fahren können. Zuerst geht es vor allem abwärts. Immer wieder in Schlangenlinien abwärts. Von einem Barranco (Schlucht) ins nächste. Wenn es viel geregnet hat, gibt es da auch immer wieder Wasser. Als wir da waren, haben wir nur die Brücken dazu gesehen.

Irgendwann ging es dann links zu den Petroglifos (Petroglyphen). Nach ungefähr einem Kilometer Aufstieg war man dann an zwei eingezäunten Felsen, auf denen man auch tatsächlich Zeichen erkennen konnte. Aber ob sich der Aufstieg für diese zwei Steine gelohnt hat, … Immerhin gabs daneben einen kleinen Fluss, sodass die Natur wieder anders war. Und wenn man aufmerksam nach links und rechts geschaut hat, sah man auch ein paar Steintürme und Felder, in denen die Steine aussahen, als ob sie nach einem bestimmten Muster dort hingelegt wurden.

Zurück muss man leider den gleichen Weg nehmen. Das ist zwar ein ziemlicher Umweg, aber querfeldein wollten wir dann doch nicht laufen. Zurück auf dem Weg sind wir wieder weiter Richtung „Zona de Acampada“ (Campingzone) gelaufen. Als wir unten am Playa de Taburiente ankamen haben wir aber beschlossen, dass wir noch keine Pause brauchen und lieber sofort aufsteigen. Wir wollten zum Hoyo verde (grünes Loch), was nochmal deutlich oberhalb liegt. Auf dem Weg sind wir am Mirdador de la fondada vorbeigekommen. Eigentlich sollte man da den endlos scheinenden Wasserfall gegenüber bewundern. Mich hat der Steinschlag/die Steinlawine und die damit verbundene Staubwolke eigentlich mehr fasziniert. Da wird einem dann doch wieder bewusst, wie mächtig die Naturgewalten sind und wie sehr man behütet wurde, wenn man heil wieder ankommt…

Vom Wasserfall-Mirador ging es dann weiter nach oben. Eine kleine Kletterpartie, viele schmale Wege und ein paar sehr schöne Aussichten später, haben wir dann endlich das Hoyo verde gesehen. Und dann hieß es erst mal wieder absteigen. Dieses Mal ohne Weg – einfach irgendwo, wo man halt treten kann. Unten haben wir die Füße ins Wasser gehalten (das Wasser war eisekalt!!). Geplant war eigentlich baden. Aber dafür war es mir zu schattig und zu kalt. Aber die heißen Füße im klaren Bergwasser zu kühlen war schon sehr wohltuend. Nach der Pause, in der wir die Schönheit der Natur genossen haben, ging es dann wieder den gleichen Weg zurück.

Am Playa Taburiente kann man auch baden, haben wir aber nicht gemacht. Wir sind weiter zur Campingzone gelaufen. Einmal quer durch einen dichten Wald und dann wieder hoch. Ob ich in der Campingzone übernachten wollen würde, weiß ich nicht. Da gibt es noch nicht mal einen ebenen Platz um das Zelt aufzustellen. Alles ist schief… Aber es gibt Toiletten und Picknick-Tische. Auch da haben wir keine Pause gemacht, sondern sind weitergelaufen. Wir haben uns für den weiteren Weg entschieden, der relativ schnell sehr viel nach unten geht. Teilweise ist er mit Natursteinen gepflastert, was aber gerade für die steilen Stellen gar nicht so vorteilhaft ist… Warum sie da nicht direkt Treppenstufen draus gemacht haben, weiß ich auch nicht.

Unten angekommen sind wir im überwiegend ausgetrockneten Flussbett gelaufen. Zuerst wieder ein Stück zurück zum „Cascada de colores“ (farbiger Wasserfall), dann immer weiter Richtung Parkplatz. Wasserfall ist schon ein bisschen übertrieben. Farbig aber nicht. Es ist ein kleines Rinnsal, was aus der Wand kommt. ABER: der Wasserfall (oder zumindest die Wand dahinter) ist farbig. In Gelb- und Rottönen. Dazwischen dann immer mal noch ein paar grüne Algen. Sehr beeindruckend! Aber ich hatte Glück, dass ich vorher nicht im Internet geschaut habe, wo wir eigentlich hinwollen… Vor ein paar Jahren sah der Wasserfall noch viel beeindruckender aus. Viel mehr Wasser und dadurch waren auch größere Teile farbig.

Vom farbigen Wasserfall ging es dann nur noch zum Parkplatz. Erst eine ganze Weile durch das fast ausgetrocknete Flussbett. Später musste man immer wieder abwechselnd rechts und links dem Wanderweg folgen, der dann wieder ein ganzes Stück nach oben geht, bevor man das Flussbett wieder kreuzen muss. Eigentlich könnte man die meiste Zeit auch durch das Flussbett laufen. Vertrauenswürdige Quellen haben aber berichtet, dass dort auf einem Stück hohe, glatte Felsen sind, die man nicht runterkommt. Da muss man also auf jeden Fall den offiziellen Weg nehmen. Aber wir wussten nicht genau, wo sie sind und weil wir keine Lust hatten, bis zu den Felsen zu gehen und dann wieder zurück zum letzten Kreuzen vom offiziellen Weg, sind wir die meiste Zeit oben entlanggelaufen. Auch wenn da die Beine zwischendurch schon nicht mehr wirklich Lust hatten, weiterzugehen. Aber: Wenn man oben entlang läuft sieht man noch mal ganz andere Aussichten. Die man vielleicht auch genießen könnte, wenn man nicht so sehr damit beschäftigt ist, einen Fuß vor den anderen zu stellen. 😉

Übrigens: Wenn es in der Caldera regnet, dann ist das Flussbett voll. Da kann dann je nach dem ein großer Strom entstehen, der ganze Bäume und Felsen mitreißt. Wikipedia sagt dazu: „Im Winter und auch bei nur kurzzeitig anhaltendem starkem Regen in der Caldera kann er sich zu einem reißenden Fluss mit erheblicher Erosionswirkung entwickeln.“ Nach einem Unwetter in der Caldera sind 2001 in der Schlucht auch Menschen mitgerissen worden. Und wenn ich mir die Felsbrocken im Flussbett so anschaue, will man da auch nicht gestanden haben, wenn die runtergefallen sind… Neben all der Schönheit, die ich dort gesehen habe, wurde mir auch wieder einmal vor Augen geführt, dass man doch mit Respekt an die Natur herantreten sollte.

Insgesamt waren wir gut 10 Stunden unterwegs, von denen wir eine Stunde Mittagspause gemacht haben. In den 10 Stunden haben wir gut 2000 Höhenmeter und knapp 30 Kilometer Weg zurückgelegt. Und trotzdem hatte ich danach kaum Muskelkater… Das hat mich dann doch überrascht. Aber auch der Muskelkater wäre es wert gewesen, denn die Natur war einfach faszinierend!