Eine Woche Ostsee
Trotz - oder gerade wegen - Corona ging es für eine Woche an die Ostsee. Wie das so war, kannst du hier nachlesen.

Sonntag früh sind wir aufgebrochen. Trotz - oder gerade wegen - Corona ging es mit einem vollgepacktem Auto Richtung Norden. Ostsee, genauer Prerow war das Ziel, 9 Stunden Fahrt waren eingeplant und bis auf eine Stunde Pause im Schlosspark von Schloss Sanssouci sind wir auch durchgefahren.
Angekommen in Prerow haben wir die Ferienwohnung bezogen und nach Essen gesucht. Fündig - ohne Schlange - sind wir beim "Darßer Leuchtturm" essen gegangen. Ein leckeres Restaurant - nicht zu verwechseln mit dem "Leuchtturm Darßer Ort", also dem Leuchtturm. Da ging es erst am Montag hin. 😉
Nach dem Essen gabs noch einen Verdauungsspaziergang zum Strand, wo ich dann auch direkt mit den Füßen ins Wasser gegangen bin. Wer macht das nicht? 😉

Für Montag war dann eine Wanderung zum Leuchtturm geplant. Bis zum Naturschutzgebiet sind wir am Strand entlanggelaufen, danach gab es einen Weg aus Holzbohlen. Wir haben den Umweg gewählt, sodass wir noch ein paar Aussichtsplattformen passiert haben, bevor wir zum Leuchtturm gekommen sind. Dort gabs auf einer Bank Picknick, bevor es durch den Wald wieder zurück nach Prerow ging. Der Leuchtturm und das angrenzende Museum hatten nicht auf, aber die Aussicht hat sich immer wieder gelohnt. Abends waren wir an der Seebrücke in Prerow im Fischrestaurant "Seeblick" essen. Dort kann man mit einer wunderschönen Aussicht aufs Meer das leckere Essen verputzen (nicht nur, aber vor allem Fisch).
Dienstag gabs eine Radtour. Einmal quer durch den Wald sind wir von Prerow nach Born gefahren. Dort haben wir etwas gegessen, uns den Ort inklusive Fischerkirche angeschaut und sind eine andere Strecke durch den Wald wieder nach Prerow zurückgefahren. Born ist ein ganz süßes Dorf, hat aber außer der Kirche, die wirklich hübsch ist, nicht viel zu bieten. Der Wald war dafür umso beeindruckender. Der Wald ist nämlich total vielseitig. Mal trocken, mal mit großen Flächen, die ein bisschen unter Wasser stehen, unterschiedlich dicht bewachsen, unterschiedlich hoch bewachsen und wenn man aufmerksam umherschaut, sieht man auch noch immer wieder Tiere.
Abends haben wir das gute Wetter noch genutzt und sind an den Strand gegangen. Einmal Baden muss schon sein, wenn man an der Ostsee Urlaub macht. Das Wasser war sehr lang sehr flach und gar nicht so kalt, wie befürchtet. Und weil die Sonne geschienen hat, konnten wir uns auch einfach an den Strand setzten/legen und uns in der Abendsonne trocknen lassen.

Mittwoch gabs direkt die nächste Fahrradtour. Diesmal ging es nach Wieck. Dort waren wir in der "Darßer Arche" im Museum. Eine Ausstellung mit unglaublich vielen tollen Fotos hat die Vielseitigkeit der Landschaft deutlich gemacht. Im Anschluss waren wir noch am Hafen Wieck, wo wir einem Segelboot zugeschaut haben, wie es abgelegt hat. Auch am Hafen, aber an Land gibt es eine "Glasarche", ein Bötchen aus vielen Schichten Glas, das von einer geschnitzten Holzhand gehalten wird (siehe Foto). Auf dem Rückweg waren wir noch an der "hohen Düne". Das ist ein Aussichtspunkt von dem aus man vor allem Bäume und ein bisschen Meer sieht. Es ist mit 13 Metern die höchste Erhebung im Umfeld, hat mich persönlich aber nicht so sonderlich beeindruckt.
Donnerstag war hier kein Feiertag (Fronleichnam wird hier im Norden nicht gefeiert), sodass wir einen Ausflug nach Rostock gemacht haben. Vom Darß nach Rostock ging es über Warnemünde, wo wir Fähre gefahren sind. (Ich habe das erste Mal ein Auto auf eine Fähre gefahren!) In Warnemünde haben wir auch noch eine kleine Runde mit dem Auto gedreht. Nicht so zu empfehlen. Fast alles sind Einbahnstraßen, es ist eng und dann wird immer wieder noch gebaut. Und so sehenswert ist Warnemünde dann auch wieder nicht. Als wir dann wieder aus dem Ort herausgefunden haben ging es dann weiter nach Rostock. Dort haben wir in einem teuren Parkhaus (1,60€/h) geparkt und sind ein bisschen durch die Stadt gebummelt: Universitätsplatz, Rathausplatz, Nikolaikirche (eine ehemalige Kirche, wo zu DDR-Zeiten ins Dach Wohnungen gebaut wurden. Im Kirchturm sind Büros und im Kirchenschiff Kulturveranstaltungen - z.B. Konzerte. Dafür gibt es sogar eine Orgel drin. Wir sind aber nur vorbeigelaufen.) In der Petrikirche hingegen haben wir auch den Turm bestiegen (es gibt einen Fahrstuhl). Von dort oben hat man einen wirklich schönen Blick über die ganze Stadt.
Auf dem Rückweg sind wir dann nicht wieder über Warnemünde gefahren. Stattdessen haben wir aber noch einen Umweg über Barth und Zingst gemacht, wobei wir auch da nicht ausgestiegen sind. So sind wir von Osten, statt wie sonst immer von Westen, auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gefahren.

Am Freitag war das Wetter nicht so gut. Viel Wind, ziemlich bewölkt, aber kein Regen (auch wenn der Wetterbericht ihn angedroht hat). Also haben wir beschlossen, eine Runde Segelboot zu fahren. Weil das Schiff erst um 15:30 losfuhr (vorher haben wir keine Tickets mehr bekommen), hatten wir noch einen Vormittag zu füllen, den wir dann in Zingst verbracht haben. Geparkt haben wir etwas außerhalb (1€/h). Von dort aus sind wir dann über den Deich zur Seebrücke gelaufen und dann weiter durch die Stadt zum Hafen. Dort gab es Fischbrötchen, die von einem Schiff aus verkauft wurden (FutterKutter) Auf dem Rückweg haben wir noch einen Abstecher an den Strand gemacht, denn da lag als Kunstprojekt eine überdimensionale rosa-rote Brille im Sand, die wir schon von der Seebrücke aus gesehen hatten, aber dann doch nochmal genauer anschauen wollten.

Das Zees(en)boot fuhr ab Born, also sind wir dorthin gefahren und sind auf die "Bernstein" gestiegen. Das Seegelboot hatte Platz für zehn Passagiere und zwei Segel (wobei man wohl noch mehr Segel hätte einbauen können. Dann ist es aber nicht mehr für den Touristenverkehr zugelassen, wenn ich das richtig verstanden habe). Früher wurden diese Schiffe zum Fischen eingesetzt, heute für Rundfahrten auf den Bodden. Nach gut eineinhalb Stunden Wind und Wellen wurden wir zurück zum Hafen gebracht. Ziemlich durchgefroren sind wir dann wieder mit dem Auto zurück in die Ferienwohnung gefahren wo glücklicherweise eine heiße Dusche auf uns gewartet hat.
Samstag war dann schon unser letzter Tag. Das Wetter war wieder besser (obwohl der Wetterbericht was anderes gesagt hat) und so sind wir mit dem Auto nach Zingst gefahren, haben uns dort Fahrräder geliehen und haben eine große Radtour gemacht (~40km). Die meiste Zeit ging es auf dem Deich entlang. Erst mit Gegenwind bis zum Pramort, wo es richtig viele Schwalben gab, nach einer Pause dort ging es dann mit Rückenwind zum Hafen. Die Landschaft war total faszinierend. Vor Allem Wald, aber zwischendurch gab es immer wieder kleine bis große Teiche zwischendurch, wo dann richtig viele Vögel waren. Das Gebiet liegt im Naturschutzgebiet und wird gerade renaturiert. Deshalb sieht man recht viele tote Bäume, das ist aber so beabsichtigt, denn nur durch die abgestorbenen Bäume haben viele Tiere wiederum einen Lebensraum. Die Landschaft ist aber noch im Umbruch, denn sie muss sich erstmal wieder von den Eingriffen der Menschen erholen. Vom Hafen aus ging es dann durch Zingst hindurch wieder zum Fahrradverleih, wo wir die Räder wieder zurückgegeben haben und zurück nach Prerow gefahren sind.
Tja... Und am Sonntag sind wir schon wieder Richtung Süden gefahren. Dieses Mal haben wir keine Pause gemacht, aber wegen Stau haben wir trotzdem über 11 Stunden gebraucht. War nicht ganz so schön, aber wir sind ja angekommen und das ist die Hauptsache.

