Rundreise Süden

Drei Wochen war mein Papa zu Besuch. Zwei davon sind wir quer durch den Süden Perus gefahren.

Rundreise Süden

Ich hatte auch Urlaub. 😉 Den einen habe ich damit verbracht, die Touri-Sachen abzuklappern: Lima, Machu Picchu, Arequipa, Titicacasee, schwimmende Inseln,… Einen Eindruck in Bildern kannst du oben anschauen. In Schriftform geht das hier. Einfach weiterlesen. 😊

Kurz zur Erklärung: Ich bin kurz vorher umgeknickt und habe deshalb die komplette Reise auf Krücken gemacht. Wir haben deshalb nicht so viel geschafft, wie wir uns vorgenommen haben, es hat sich aber trotzdem gelohnt!

Cusco – Aguas calientes – Machu Picchu und zurück

Die Reise fing an mit der unumgänglichen Busfahrt nach Lima. Nach einer Nacht in Lima sind wir dann morgens nach Cusco geflogen. Ich war „preferencial“, hatte also Sonderstellung, durfte alle Schlangen umgehen und durfte als erstes in den Bus zum Flugzeug. Bei der Sicherheitskontrolle haben sie ziemlich Stress gemacht, weil ich ja nicht durch den Detektor konnte. Ich wurde also sofort abgetastet, dann wurden noch Krücken und mein Schuh durchleuchtet, aber ich bin in den Flieger gekommen. Cusco liegt auf 3430m Höhe, so dass man je nach dem unter Höhenkrankheit leiden kann. Wir wurden glücklicherweise beide von verschont. Angeblich spürt man, dass die Luft dort oben recht dünn ist. Ob ich das nicht gespürt habe, weil das Hüpfen mit Krücken eh anstrengender ist, oder woran das lag, hab ich keine Ahnung… Vom Flughafen sind wir dann direkt mit einem Taxi für 80US$ nach Ollantaytambo zum Zug nach Aguas Calientes gefahren. Das war meine erste Zugfahrt seit ich in Peru bin… Der Zug ist auch nur durchschnittlich mit ca. 30 km/h gefahren, es gab einen Salat und Getränke inklusive und ich hatte wieder Sonderstellung, sodass ich als erste in den Zug durfte. 😉 In Aguas Calientes – einem kleinen Dorf, was den Ausgangspunkt für Machu Picchu darstellt und damit sehr touristisch ist, was man unter anderem an den Preisen sehen kann – haben wir uns ein Hostel nah am Bahnhof genommen. Nach einer Nacht sind wir dann Richtung Machu Picchu aufgebrochen. Wir haben wegen meines Fußes den Bus genommen, sonst kann man auch bis zum Eingang laufen. Ich durfte natürlich als erste in den Bus einsteigen und so sind wir recht schnell zum Eingang gekommen. Von da aus haben wir erst mal den Aussichtspunkt bestiegen – bzw. behüpft, wobei ich ungefähr die dreifache Zeit gebraucht habe. Oben habe ich mir einen Stein im Schatten gesucht und mein Papa ist aufgebrochen um noch mehr zu besichtigen. Oben war ich für ziemlich viele eine echte Motivation („Schau mal, die ist mit Krücken hochgehüpft! Wenn sie das geschafft hat, dann schaffen wir das auch!“) Nachdem wir noch ein bisschen zusammen angeschaut haben, sind wir dann wieder ins Hostel gefahren, wo wir ab dem frühen Abend keinen Strom mehr hatten und Kerzen von dem Personal bekommen haben. Am nächsten Tag sind wir dann wieder nach Cusco gefahren, wobei wir dieses Mal vom Zug nach Cusco zusammen 40 Soles (ca. 11€) gezahlt haben und sogar zum Hostel gefahren wurden, was durch die vielen Treppen und damit unbefahrbaren Straßen schwierig war und wir so ziemlich viel von Cusco aus dem Taxi gesehen haben. In Cusco haben wir dann am nächsten Tag noch eine Stadtrundfahrt gemacht und haben das Schokoladenmuseum besichtigt, wo man auch selber Schokolade herstellen kann, was wir aber nicht gemacht haben.

Cusco – Puno – Titicacasee

Ja. Den Titicacasee gibt’s echt. Dort gibt es schwimmende Inseln – ja, die gibt es nicht nur bei „Jim Knopf“ – wobei die schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee von Menschen gebaut wurden und aus Schilf bestehen. Der untere Teil ist aus den Wurzeln vom Schilf, die irgendwann von allein anfangen zu schwimmen. Darüber sind verschiedene Lagen aus Schilf, die ca. alle 10 Tage ausgebessert werden müssen. Anfangs hatte ich Angst, mit den Krücken dort nicht laufen – ups: hüpfen – zu können, aber das Hüpfen war auf dem weichen Untergrund sogar sehr viel angenehmer als auf Teer. Da war der Weg zum Schiff schon deutlich mehr Abenteuer, denn wir mussten erst über 3 andere Boote um zu unserem Boot zu kommen. Das kontrollierte Hüpfen war auf den wackelnden Booten nicht ganz einfach. Wenn dann aber noch lauter Leute einem helfen wollen und einen versuchen Schwung zu geben, den man eigentlich abfangen will, dann wird es eine echte Herausforderung… Aber ich bin heil hin und her gekommen. 😊 In Puno, einer Stadt fast am Titicacasee haben wir die Nächte verbracht und haben uns dort den Markt und die Fußgängerzone angeschaut, was leider mit sehr viel Laufen verbunden war. Und trotz der Kälte (wir waren ja auf 3830m Höhe!) und der Tatsache, dass Puno nichts zu bieten hat, war es echt schön! 😊

Arequipa – eine weiße Stadt

Von Puno aus sind wir dann nach Arequipa gefahren. Dort fühlt man sich irgendwie so gar nicht mehr wie in Peru. Alles sehr europäisch, aber trotzdem schön. In Arequipa waren wir dann auch auf einer Stadtrundfahrt, wobei das sehr wörtlich zu nehmen ist, denn wir haben die Stadt umrundet. Dabei mussten wir ständig aussteigen, weil es irgendwelche Aussichtspunkte oder Sehenswürdigkeiten gab. In Arequipa selber haben wir nicht so viel besichtigt. Aber wir waren beim Fest vom „queso helado“ (also gefrorenem Käse), wo es sowas wie Milcheis gab und ein Paar Marinera getanzt hat (Zur Erinnerung: Das ist der typisch peruanische Tanz, der eigentlich nur an der Nordküste getanzt wird, wobei man mit Taschentüchern herumwedelt, die Mädchen riesengroße, bodenlange Röcke anhaben und barfuß tanzen) Jedoch war das Paar absolut nicht gut: Sie hat mit Turnschuhen getanzt, der Rock ging nur bis zum Knie und hatte damit viel zu wenig Stoff, so dass viele Figuren nicht möglich waren und ihr Tanzpartner ist mehr gehüpft als getanzt… Aber immerhin: es war Marinera… 😉

Lima

Von Arequipa aus sind wir dann nach Lima geflogen, weil die Zeit sehr knapp wurde und ich nochmal zu einem Kontrolltermin nach San Ramon musste. Da wurde mein Gips endlich wieder abgenommen. Und seitdem humple ich an Krücken mit Verband um den Knöchel durch die Gegend. Nach dem Arzttermin habe ich dann meinen Papa noch nach Lima zum Flughafen begleitet und bin dann ganz alleine wieder nach San Ramon gefahren, wo ich die nächste Woche alleine verbracht habe, denn die anderen waren alle beim Campamento. Mit meinem kaputten Fuß habe ich darauf verzichtet.