Verkehr in Peru
Wie kommt man in Peru von A nach B? Ich habe mal die wichtigsten Dinge in diesem Beitrag zusammengefasst.
Ein Jahr in Peru. In dem Jahr bin ich herumgekommen. Musste immer wieder nach Lima, in die nächst größere Stadt La Merced, oder zu Freunden. Ich hatte kein Auto oder so zur Verfügung, also habe ich die Verkehrsmittel genutzt, die es gab. Das funktioniert dort aber ein bisschen anders, als in Deutschland. Deswegen habe ich gedacht, ich erkläre euch mal, wie ich Verkehr so in Peru wahrgenommen habe… Dabei behandele ich aber nur den Landweg. Man kann natürlich auch fliegen – ja, es gibt Flughäfen – aber das ist teuer...
Grundsätzlich kann man den Verkehr grob in 3 Gruppen aufteilen: Lieferfahrzeuge, Privatwagen und „öffentliche Verkehrsmittel“. Ich beschränke mich jetzt auf die letzte Gruppe und auf den Verkehr in San Ramón.
Übrigens: In Peru bin ich das erste Mal auf einem Motorrad mitgefahren und durfte sogar einmal selber auf einem "Verkehrsübungsplatz" fahren (einem Parkplatz-Feld, das leicht abschüssig war und wo gerade keine Autos standen). Aber Peruaner sind beim Beladen eines Motorrads ein wenig speziell 😉
Für kurze Strecken gibt es das „Mototaxi“ (kurz: Moto. Wird wo anders auch Tucktuck genannt) Das ist im Ort ziemlich praktisch, denn man kommt für ein Sol (knapp 30ct) quasi überall hin. Sobald man aber aus dem Ort raus will, kann es sehr schnell sehr teuer und je nach dem auch gefährlich werden.

Dann gibt es „Taxis“. Stellt euch da aber bitte keine deutschen Taxis vor. Diese Taxis fahren nämlich auf festgelegten Routen, aber ohne Fahrplan. Sie fahren immer dann los, wenn sie voll sind, oder jemand den freien Platz auch zahlt (nach La Merced, der nächsten Stadt, zahlt man pro Sitzplatz/Person 2,50 Soles –ca.70ct). In Lima beispielsweise funktionieren die Taxis aber wie deutsche Taxis, nur dass man vor Fahrtantritt den Preis vereinbart, den man dann am Ende zahlt.

„Colectivos“ sind Minivans mit extrem engen Sitzreihen (ich passe gerade so dazwischen und ich bin nun wirklich kein Riese...), die wie Linienbusse verkehren. Nur nicht ganz so geordnet – zumindest habe ich die Ordnung noch nicht verstanden... 😉 Sie fahren einfach, haben eine Anfangs- und eine End- „Haltestelle“, aussteigen kann man aber überall und wenn sie noch nicht voll sind, nehmen die Fahrer sehr gerne auch auf dem Weg noch Menschen mit.

Etwas größere „Minivans“ (meist mit 12 Sitzen) verkehren zwischen verschiedenen Städten. Häufig haben sie auch eine Route, bei der sie mehrere Städte anfahren. Man bucht sie wie Busse meistens vorab und kommt dann zum ausgemachten Zeitpunkt zum ausgemachten Abfahrtsort.
Und dann gibt es noch die Reisebusse („Bus“). Die fahren wie die Minivans Routen ab. Entweder über Tag, über Nacht oder auch beides. Die „Nachtbusse“ sind wesentlich komfortabler als Busse in Deutschland und haben meist zwei Stockwerke mit verschiedenen Luxusausstattungen. Manche Busgesellschaften bieten sogar Sitze an, die man so weit nach hinten lehnen kann, dass man eine 180°-Liege hat. Eigentlich wollten wir uns das einmal gönnen, aber da war leider schon alles belegt. Deshalb sind wir eigentlich immer 160° gefahren nur einmal haben wir uns das nicht geleistet. Da gab's dann nur 140°...
Die Straßen sind hier bei weitem nicht so gut wie in Deutschland und je nach dem muss man ja auch viele Höhenmeter überwinden, wodurch Busreisen häufig sehr lange dauern... Auf dem Weg nach Tumbes mit einer der teuersten Busgesellschaften hatten wir zwar eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h, aber das ist eher die Ausnahme.
Wenn dann noch – wie auf der Fahrt von San Ramon nach Lima (als wir nach Tumbes gefahren sind) – eine Panne dazukommt, dauern Fahrten auch durchaus länger. Angeblich war es die Batterie, die kaputt war, aber nachdem nach ein paar Stunden warten die neue Batterie ausprobiert wurde, hat es auch noch nicht geklappt. Vielleicht ist es ja besser, wenn man gar nicht weiß, was wirklich das Problem ist... Nach weiterem Warten kam dann ein neuer Bus, der jedoch nur ein (wenig luxuriöses) Stockwerk hatte. Als wir deshalb Geld zurück haben wollten, hieß es nur: „Seit doch froh, dass wir überhaupt einen Bus geschickt haben. Mehr können wir auch nicht tun...“
Wir waren nur froh, dass wir einen Anschlussbus mit viel Aufenthalt in Lima gebucht hatten...
P.S.: Danke an Mara für einen Teil der Fotos. 😊