Zurückkommen

Nach einem Jahr wo anders, wieder nach Hause zu kommen ist gar nicht so einfach. Über die Rückreise und die ersten Wochen in Deutschland könnt ihr hier lesen.

Zurückkommen

Rückflug

Ach ja… Was wäre eine Reise ohne Zwischenfälle? Wobei es dieses Mal sogar relativ glatt gelaufen ist:
Wir sind 3,5 Stunden vor Abflug am Flughafen in Lima angekommen. Mit drei Koffern und vier Taschen fürs Handgepäck. Nach einer sehr langen Schlange kamen wir endlich an einen Schalter, an dem uns aber erst einmal erklärt wurde, dass es keine Sitzplätze mehr für uns gibt. Nach einigem Suchen haben sie aber doch noch welche für uns gefunden (ob sie jetzt noch Sitze eingebaut haben, oder andere Leute nicht mitfliegen durften, darüber kann man nur spekulieren). Weiter ging es mit unserem Gepäck, das tendenziell viel zu viel war. Aber nachdem ich einen zweiten Koffer dazu gebucht habe und der Chef mal eben nicht geschaut hat, haben wir auch das Problem mit Hilfe von Small-Talk behoben.
Nächster Schritt: Sicherheitskontrolle. Nachdem die Anschläge in Paris sehr aktuell waren, wurden die Sicherheitskontrollen verschärft und so mussten wir Schuhe, Jacken und Pullis ausziehen, bevor wir durch das Tor durften.
Als wir dann an der Passkontrolle waren wurde uns das nächste Problem bewusst: Unsere Visa. Mara war eventuell ein paar Tage illegal im Land und in meinem Pass steht fett und rot „ANULADO“. Doch auch hier haben wir den Beamten mit Small-Talk unterhalten und durften – nachdem wir erfahren haben, dass er aus Huancayo kommt und nachdem wir erzählt haben, dass wir auch schon in Huancayo waren, wir dort Freunde haben und uns Huancayo wesentlich besser gefällt, als Lima – passieren.

In Paris wurden wir dann erneut einer Sicherheitskontrolle unterzogen, doch auch hier hatten wir Glück, denn wir waren eine der wenigen, die das Handgepäck nicht vollständig ausräumen mussten. Dann mussten Mara und ich uns aber auch schon verabschieden, denn ich musste mich beeilen um meinen Flug zu bekommen, der dann aber ganz planmäßig lief.
In München gelandet waren meine beiden Koffer eine der ersten und nachdem ich auch nicht zum Zoll musste, war ich dann ruckzuck draußen – noch bevor mein Begrüßungscomité angekommen ist…

Re-entry-Seminar

Um das Jahr abzuschließen, mussten wir wieder ein Seminar besuchen. Dieses Mal um zu reflektieren und das Jahr Revue-passieren zu lassen. Dies geschah durch die Gemeinschaft und den Austausch mit den anderen Freiwilligen – auch denen aus Tansania und Uganda – und wurde unterstützt durch gezielte Fragen und Denkanstöße der Mitarbeiter.
Ein besonderes Highlight war für mich, dass unsere ehemaligen Mentoren auch dabei war und wir auch viele Dinge im persönlichen Gespräch klären und reflektieren konnten. Und auch wenn wir uns in letzter Zeit schon immer wieder ausgetauscht haben, tat das erneute Gespräch sehr gut, vor allem, weil sie halt doch echt gut wissen, wie unser Leben aussah, was wir erlebt haben, wie die Peruaner so drauf sind und sie uns damit echt verstehen können. 😊

Deutsche Bahn…

Auch das war wieder etwas ganz Neues für mich: Bahn-fahren. Geübt habe ich mit Bus und Straßenbahn und nachdem ich das hinbekommen habe, habe ich beschlossen, dass ich mich auch in den Fernverkehr wagen kann. Doch auch hier ist eine Reise keine Reise, wenn nichts schiefläuft. Aber ich habe auch diese Schwierigkeiten gemeistert und fühle mich hiermit wieder offiziell eingebürgert – auch wenn meine Geschwister das manchmal anders sehen…