Zwischenseminar
Zu einem IJFD gehören Seminare. Eines während man im Ausland ist. Und weil selten alles so wird, wie man es geplant hat, gibt es sogar eine spannende Lima-Fahrt. 😉
Abenteuer Limafahrt
Das Zwischenseminar war eigentlich in Kimo (das liegt bei uns in der Nähe) geplant. Aber wann kommt schon mal was, wie es geplant war? Das Problem: „No había pase.“ (Die Straße war zu) Durch die Regenzeit, die aktuell herrscht, gab es auf der Strecke zwischen hier und Lima mehrere Erdrutsche. Es gab zwar ein paar Alternativrouten, aber die waren natürlich viel teurer und dauerten viel länger. Außerdem sind diese nicht so sicher, denn man fährt nur im Taxi, denn Busse kommen da nicht durch. Als klar war, dass es kein Pase geben wird, wenn die 20 Leute vom CVJM in den Osten kommen, haben wir umdisponiert und das Seminar nach Chosica (ca. 50 km östlich von Lima) verlegt. Am Sonntagabend haben wir (Hanna, Timon, Mara und ich) noch eine Krisensitzung abgehalten, ob wir wirklich 18 Stunden Fahrt auf uns nehmen wollen um nach Lima zu kommen. Letzten Endes haben wir uns dann aber doch dafür entschieden zu fahren. Nur nochmal für euch zur Verdeutlichung die Routen auf dem nächsten: Schwarz/grau ist die normale Route über die Carretera (mit dem Bus ca. 7-8 Stunden; Kostenfaktor: zwischen 40 und 60 Soles), rot ist die Strecke über Pisco. Da fahren auch Busse lang (mit dem Bus ca. 19 Stunden, Kosten weiß ich nicht) und die blaue Route ist über Huancayo und von dort aus mit dem Taxi in Serpentinen weiter, für die wir uns letzten Endes entschieden haben (Bus nach Huancayo ca. 4 Stunden plus ca. 12 Stunden Taxifahrt. Mit dem Transfer nach Chosica waren wir dann über 18 Stunden unterwegs; Kostenfaktor: ohne Transfer nach Chosica ca. 140 Soles)

Das Zwischenseminar
Das Zwischenseminar an sich war echt cool. Wir waren zusammen mit den Leuten vom CVJM, die in Lima, Arequipa und Trujillo im dortigen YMCA (der internationalen Version des CVJM) arbeiten, Freizeiten mitgestalten, bei Jugendangeboten mitarbeiten und in armen Vierteln mit den Kindern auf der Straße machen. Außerdem waren vier Kurzzeitler des CVJMs aus Kolumbien angereist. Das war sehr krass zu sehen, denn die CVJMler (egal von wo) leben doch nochmal in einer komplett anderen Welt… Sie leben in Gastfamilien, arbeiten sowohl mit Kindern von sehr reichen Familien als auch mit Kindern aus sehr armen Familien, in Lima kann man (fast) alles kaufen, was man aus Europa so kennt und das Gelände vom YMCA ist riesig, mit eigenem Schwimmbad, Schule, Kindergarten, Kinderkrippe, Tanzräumen, Fitnessstudio, Sporthallen, Cafeteria, … Aber dadurch, dass wir so verschiedene Ausgangspunkte hatten, konnten wir uns auch super beim Reflektieren helfen und haben uns gegenseitig neue Impulse gegeben.
Das Programm bestand aus einem Tag der Reflexion, einem Tag der Stille, einem Gabentag, einem Kreativen Planungstag und einem Gottesdienst am Abreisetag, den wir selber gestaltet haben. Nach der Zeit in Chosica haben wir noch eine Nacht in Lima im YMCA übernachtet. Am Sonntag sind wir dann noch mit den anderen Kurzzeitlern in einen Hillsong-Gottesdienst gegangen. Das war ein echt krasses Erlebnis, denn der Gottesdienst war komplett anders, als unserer. Der Predigt konnte ich zwar nicht so ganz folgen, aber der Lobpreis war viel intensiver, professioneller und die Leute haben auf „2“ und „4“ geklatscht (😊), aber ich glaube, auf Dauer wäre der Gottesdienst dann doch nichts für mich… Schon allein weil er viel zu groß ist. Bei uns kennt man quasi jeden und wir haben inzwischen eine richtig gute Gemeinschaft vor allem in der Jugend. Das genieße ich inzwischen auch sehr!